- Umwelt baut Brücken -
2018 / 2019

Der Kurs „Umwelt baut Brücken“ nimmt jedes Jahr an einem Austausch mit slowakischen SchülerInnen aus Poprad teil. Dieses Schuljahr besuchten die Kursteilnehmer ihre slowakischen Pendants vom 24.09. bis zum 02.10. mit den Lehrkräften Herr Geisler und Herr Fiedler. In dieser einen Woche wurden viele Eindrücke gesammelt und Erfahrungen gewonnen werden, die in kleinen Tagesberichten protokolliert wurden:

Dienstag:
Nach der ersten kurzen, aber erholsamen Nacht versammelten wir uns in der bilingualen Abteilung der slowakischen Schule zum gegenseitigen Kennenlernen. Wir besuchten auch für eine Stunde den Deutschunterricht der zehnten Klasse. Danach deckten wir uns in der Schulkantine mit Essen ein, um mit frischer Energie am frühen Nachmittag zur Schnitzeljagd quer durch Poprad starten zu können, die uns zu einer Kunstgalerie führte. Als wir diese besichtigten, wurde das bis dahin noch unbekannte Talent unserer Mitschüler als Kunstanalytiker deutlich. Wir teilten viele geistreiche Interpretationen miteinander. Den Abend ließ dann jeder mit seiner Gastfamilie ausklingen.


Mittwoch:
Der erste Tag in Poprad liegt nun hinter uns, und heute soll es richtig losgehen. Es wurde eine gemeinsame Projektarbeit zum Thema „Smart City“ angekündigt. Auch wenn die Umgebung völlig fremd ist, die Stimmung ist doch recht vertraut. Die Fahrt mit den Mitschülern und das leicht beeilte Laufen zur Schule, um doch noch pünktlich einzutreffen, erwecken einen vertrauten Eindruck.
Uns wird in der Schule mitgeteilt, dass ein lokaler Politiker einen Vortrag halten wird, als Einstieg in die Thematik. Uns gelingt es durch ein paar unfreiwillige Verständigungsprobleme eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu finden. Eine wohltuende Mittagspause kann uns schließlich wieder genug Energie schenken, um in die Gruppenarbeit einzusteigen. Wir entwickeln gemeinsam ein Konzept für eine „Smart City“, sprich eine effizientere, fortschrittlichere, grünere und sozial inklusivere Stadt. Ziel ist es, dass das Konzept sowohl in Poprad als auch in Berlin Anwendung finden soll. Am Ende der Arbeitsphase verabreden wir uns auf einen Bowlingabend und manche besuchen danach das örtliche Kino, um sich nochmal entspannt zurückzulehnen.
Ein gelungenes Ende nach einem abwechslungsreichen Tag beinhaltet aber auch das wohlverdiente Einschlafen im kuscheligen Bett. Gute Nacht!

Donnerstag:
Warm eingepackt, Pullover über Pullover geht es los in Richtung Grenze. Eine Stunde Busfahrt. Am Fluss Dunajec, der Grenze von der Slowakei zu Polen liegen die Flöße und auf geht's auf eine 10 km lange Floßfahrt. Von Bergen umgeben schlängelt sich der Fluss durchs Land. Ein Führer erzählt uns sagenumwobene Legenden der Gegend, während wir ihm gut eingepackt in Decken lauschen. Es geht durch Stromschnellen und auch seichtere Stellen, Floßstaken will schließlich gelernt sein. Fast jeder darf einmal sein Können unter Beweis stellen. Natürlich nicht ohne die trendige traditionelle Kleidung und den Fischerhut, das feeling ist gegeben.
Der aufgekommende Hunger wird im Anschluss in einem in der Nähe gelegenem Restaurant getilgt und es sind viele zufriedene Gesichter zu sehen.


Abgerundet wird der Tag von einem idyllischen Klosterbesuch. Am Donnerstagnachmittag fahren wir also nach gutem Essen zum "Červený Klášto" oder auf Deutsch "Rotes Kloster". Beim eintreten in das Klostergebäude mit integriertem Museum sahen wir stylische Mönchsroben und eine typisch katholisch goldene Kirche in der man sich irgendwie beobachtet fühlt. Am Ende besuchen wir dann noch den Friedhof und die bis auf niedrige Mauern reduzierten Mönchshäuser, bevor wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Poprad machen.


Freitag:
"In einem Land vor unserer Zeit" Unter diesem Motto besuchen wir am Freitag, den 28.09. das Naturschutzmuseum in Liptov, in dem wir etwas über die Entstehungsgeschichte der Hohen Tatra, sowie die lokale Flora, Fauna und Höhlen lernen. Die größte Höhle der Slowakei ist zum Beispiel etwa 40km lang.
Und dann vom slowkischen Hochsommer in den tiefsten Winter...
So fühlt es sich zumindest an, als wir am Nachmittag des 28.09. von 25°C und Sonne in die Demänovska Eishöhle steigen. Eingemummelt in mehrere Pullover, Jacken, Schal und Handschuhe besichtigen wir die Höhle und ihre faszinierenden Eisgebilde.
Diese Erfahrung stellt einen runden Abschluss und gelungenen Abschied ins Wochenende da.


Wochenende:
Košice, ist der Plan für heute,
Raus aus Poprad mit der ganzen Meute,
Die zweitgrößte Stadt der Slowakei, sagte man mir,
Ich glaube denen mal, bin ja nicht von hier,
Wir bestiegen einen Turm 160 Stufen,
Ich beschloss "Berlin lebt!" von oben runter zu rufen,
Unten wartete die Freizeit auf uns alle,
Mein Bauch wollte, dass ich mir einen Burger kralle,
Es ging zurück nach Poprad, dort wartete die nächste Attraktion
Aqua City, nicht alle kamen mit, aber das kennt man ja schon,
Mit einer Lasershow endete der Abend dort.,
Sobald sie fertig war gingen wir alle fort.

Sonntag, Familientag
Der Grund warum ich ihn so mag
Ein Kirchenbesuch war heute in Planung
Religiöse Gastfamilie, ich selbst habe wenig Ahnung
Eine Stunde still sein, kurz aufstehen, wieder setzen
Verstand kein Wort, wollte mich in mein Bett wälzen
Gesagt, getan, ich lag den ganzen Tag im Bett
Bis es hieß, wir besuchen Aqua City, ja mein Tag war gerett'
Das war mein Sonntag in Poprad, die Zeit unvergesslich für immer
Was die anderen heute taten? Ich habe kein blassen Schimmer
Freu mich schon auf die Wanderung morgen
Dobrá noc an alle! schlaft geborgen...

Montag (Wanderung):
Es waren einmal Zauberer Fiedelbus und Geiselbart und ihre 46 kleinen Zauberlehrlinge im fernen Slowakenland. In den hohen Bergen der Tatra begaben sie sich auf eine abenteuerliche Reise über Stock und Stein, wo sie dem vom Wettergott gesandten Regen und Nebel standhielten und über 600 Höhenmeter erklommen. Bevor sie sich entlang des reißenden Baches, vor Angst schlotternd, durch das vom mächtigen Borkenkäfer besetzte Gebiet an Unmengen von Baumleichen vorbei kämpften, sammelten sie während der anfänglichen Zugfahrt ihre Kräfte. Mit noch verschnieften Nasen genossen die kleinen Lehrlinge die frische Brise, die in der Luft lag und bestaunten mit großen Augen die Weiten der Landschaft, welche sich langsam in den Bergen verlor. Die vom 4 km langen, kräftezehrenden Aufstieg ganz ausgehungerten Zauberlehrlinge stärkten sich am Rande eines glasklaren Sees, im Schutz der hohen Felskolosse. Von den Speisen der einheimischen Geister gestärkt, ging es an einen Ort, an welchem die Stimmen der verstorbenen Bergkletterer zu einem einheitlichen Rascheln verschmolzen und die Zauberlehrlinge sicher, vorbei am Kratzbaum des Bären, zurück nach Hause geleiten.
Und wenn sie nicht gestorben sind gehen sie nächste Woche wieder zur Schule...


Montag (Abschlussfest):
Der letzte Abend.
Die Sonne verschwunden.
7 Tage Slowakei
Das Essen verschlungen.

Voll ist der Magen
Lachen ohne Grund
7 Tage Steil
Keiner mehr Gesund

Wollen nicht schlafen
Genießen die Stunden
Wo bleibt die Zeit?
Am Feuer gesungen