Grundlegendes zu Schulrechneranlagen


Waren bis vor etwa fünf Jahren Rechneranlagen in den Schulen überwiegend für den Einsatz im Informatikunterricht gedacht, so hat sich die Situation inzwischen völlig verändert. CDs mit umfangreicher Lernsoftware werden für fast alle Fächer und auch fächerübergreifend angeboten, der internationale e-mail-Verkehr zwischen Schulen bereichert nicht nur den Sprachunterricht um eine gänzlich neue Komponente, die Beschaffung von aktuellen Informationen aus dem Internet modernisiert die Arbeitsmethodik in der Schule genauso wie die Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen einzelner Schülergruppen auf Schulservern. Ja, es scheint, als würde der Einsatz einer modernen Textverarbeitung nicht nur bei Schülern psychologisch motivierte Schreibhemmungen überwinden helfen. Die Fähigkeit, den Rechner als Kommunikationshilfe einzusetzen, ist zu einer neuen Kulturtechnik geworden und die Schule hat die Pflicht, mit entsprechendem Angebot und der erforderlichen technischen Ausstattung auch denjenigen Schülern den Zugang zu diesem Medium zu ermöglichen, die - aus welchen Gründen auch immer - privat keine moderne Rechnertechnik nutzen können.

 

Die Anforderungen an die verwendete Technik, die sich hieraus ergeben, werden einerseits von den unterschiedlichen Anwendungen, andererseits von der besonderen Situation des Schuleinsatzes bestimmt. Anders als in einem Büro wechseln alle 45 Minuten die Benutzer der Arbeitsplätze, und man kann bei Schülern nicht unbedingt erwarten, daß sie zu jedem Zeitpunkt »vernünftig« mit ihrem Rechner umgehen. Auch an die Systemverwaltung müssen im Schuleinsatz andere Anforderungen gestellt werden, als sie bei einer Standardlösung für Büroanwendungen üblich ist, da einzelne Schüler und ganze Schülergruppen oft in Minuten schnell und einfach beim System an- und abgemeldet werden müssen. Die Anzahl der Benutzer einer Schulrechneranlage kann dabei zwischen 100 und 1000 schwanken.

 

  

Zusätzliche Anforderungen für den Informatikunterricht

 

Für den Informatikunterricht sind eine Reihe von speziellen Werkzeugen erforderlich, u.a. Sprachprozessoren und professionelle Datenbankserver. Es muß möglich sein, das Client-Server-Prinzip am Beispiel einer SQL-Datenbank zu vermitteln. Abfragen und andere SQL-Operationen müssen von den einzelnen Schülerplätzen aus unter Verwendung von SQL-Aufrufen und -Scripts möglich sein.

Da sich der Informatikunterricht nicht in einer anwendungsorientierten Benutzerschulung erschöpfen kann, müssen außerdem die Informatiker an der Berliner Schule die Möglichkeit haben, mit einem firmenunabhängig international standardisierten und offenen Betriebssystem (Unix) arbeiten zu können. Die Rechnerausstattung muß deshalb so gewählt werden, daß auch solch ein Betrieb, beispielsweise unter dem kostenlosen Betriebssystem Linux, möglich ist (vergleiche Empfehlung des Beirats für Informationstechnische Bildung vom 21. März 1994).

Sieht man vom Einsatz der speziell für die Microsoft-Welt entwickelten Lern- und Lehrprogrammen ab, so lassen sich alle anderen hier vorgestellten Anwendungen alle unter Linux abdecken (integriertes Paket StarOffice, Internetbrowser Netscape, graphische Oberfläche X11, Datenbanksystem Adabas, hunderte von Anwendungsprogrammen aus allen Bereichen), wobei das technisch ausgereifte und seit zwanzig Jahren weltweit fortentwickelte Betriebssystem praktisch keiner Gefährdung durch Viren unterliegt.

 

 

 

Technische Anforderungen