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Projekt zur getrennten Sammlung des Mülls und zur Vermeidung von Müll
in unserer Klasse 6b und Schule
(im Schuljahr 1997/98)
von der Klasse 6b mit ihrer Klassenlehrerin Elisabeth Bartsch-Breuer
(Diese Arbeit erhielt den
Reinickendorfer Umweltpreis 1997)
Einleitung
Seitdem wir unsere Klasse ausfegen und unseren Müll selbst zu den Containern bringen ist uns aufgefallen, dass unser Mülleimer manchmal fast überquillt. Dabei handelt es sich überwiegend um Trinkpäckchen und Verpackungs-material für unser Schulfrühstück. Wie viel Müll muss das erst für die ganze Schule sein !!?? Denn in unserer Schule gibt es 27 Klassen mit ca. 600 Schülern !!!
So kamen wir auf die folgende Idee für unser Projekt.
- Wir wollen den Müll getrennt sammeln und dafür entsprechende Behälter anschaffen.
- Wir wollen unsere Müllmenge verringern durch Vermeidung von Einwegverpackungen.Und das soll nicht nur in unserer Klasse so sein, sondern wir wollen auch andere Klassen und Schüler mit dieser Idee "anstecken".
Aus diesem Grund haben wir ein Vorgehen in folgenden drei großen Schritten vorgesehen:
I Bestandsaufnahme ( Erkundung des jetzigen Zustandes durch Befragungen und Sammeln von Informationen)
II Auswertung der Bestandsaufnahme
III Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten und Weitergabe unserer Vorschläge an die Lehrer, Schüler und Eltern der Schule.
Denkbar wäre auch eine Überprüfung des Zustandes nach erfolgreichem Abschluss des gesamten Projektes durch eine erneute Bestandsaufnahme / Befragung.
Unser Projekt wollen wir zum Teil in arbeitsteiliger Gruppenarbeit durchführen. Die einzelnen Aufgaben werden mit allen Schülern geplant, dann verteilt und bearbeitet. Die Ergebnisse werden wieder gemeinsam besprochen und ausgewertet.
Zuerst planten wir die Bestandsaufnahme, die in arbeitsteiliger Gruppenarbeit (GA) erfolgen sollte. Folgende Arbeitsaufträge wurden verteilt:
2) Über welche Container / Behälter verfügt die Schule für die gesamte Abfuhr allen Mülls ?
3) Information aus der Schulordnung zusammenstellen zum Thema "Müll".
4) Informationen zum Milch- und Kakaoverkauf zusammentragen.
5) Möglichkeit der Kompostierung von organischen Abfällen im Schulgarten beim AG-Leiter erfragen.
6) Erstellung des Schülerbefragungsbogens zum Schulfrühstück und Befragung.
Ergebnisse:
Erkundung zum Bestand der Abfalleimer
Klasse Ein Behälter für allen Müll Behälter für Papierabfall Behälter für Abfall Behälter für "grünen Punkt" Behälter für Kompost Klasse mit jüngeren Sch X - - - - Klasse mit älteren Sch - X X - X unsere Klasse vor dem Projekt - X X - - Schule gesamt 11 Klassen 16 Klassen 16 Klassen 4 Klassen 1 Klasse Die Schule verfügt über
- eine große Tonne für Altbatterien
- einen Container für Pappe und Papier
- zwei große Tonnen für Abfall / "grüner Punkt" von der DASS
- zwei Container für Müll von der BSR
In der Schulordnung fanden wir folgende Hinweise zum Thema "Müll" :
- Alle Abfälle gehören in die dafür vorgesehenen Behälter.
Wir lassen Eddings, Sprühdosen, Büchsen und Glas zu Hause.
Milch und Kakao wird in unserer Schule schon seit einiger Zeit in Pfandflaschen aus Glas verkauft. Den Verkauf führen Eltern, Großeltern,... in den beiden großen Pausen durch. Bisher gab es keine nennenswerten Zwischenfälle aufgrund zerbrochener Flaschen und damit verbundenen Verletzungen. Für die Flaschen wird ein Pfand von 0,30 DM verlangt. So haben auch alle Schüler ein Interesse, die Flaschen wieder heil abzugeben.
Eine Flasche Kakao kostet 0,80 DM, eine Flasche Milch 0,50 DM (jeweils einschließlich 0,30 DM Pfand). Die 10er Karte Kakao kostet 5,00 DM, die 10er Karte Milch kostet 3,00 DM.
Entweder man gibt seine leere Flasche ab, wenn man ein neues Getränk holt, oder man erhält für die leere Flasche einen Pfandwertbon über 0,30 DM, den man beim nächsten Einkauf verwenden kann. Das ist praktisch, denn so muss nicht immer Kleingeld bezahlt und herausgegeben werden.
Im Schulgarten existiert ein Komposthaufen. Der AG-Leiter würde es begrüßen, wenn organischer Müll aus den Klassen dort hingebracht werden könnte.
Der von uns entworfene Befragungsbogen folgt auf der nächsten Seite. Die Gruppe stellte uns die Fragen vor. Wir besprachen und ergänzten sie oder formulierten um. Danach wurden die endgültigen Fragen auf einen großen Bogen geschrieben und mehrmals kopiert. So teilten wir die Befragung unter uns auch wieder auf. Jede Gruppe hatte ca. vier Klassen zu befragen. Das dauerte je Klasse zwischen zehn und fünfzehn Minuten. Erfreulich war, dass auch die jüngeren Schüler über die einzelnen Verpackungsstoffe genau Bescheid wussten. (Zur Vorsicht hatten wir einige Beispiele mitgenommen.)
Als Beispiel geben wir die Antworten ausgewählter Klassen wieder. In der letzten Spalte haben wir das Ergebnis der gesamten Schule (aller Klassen) zusammengestellt. Es gab doch schon gewaltige Unterschiede bei den Antworten zum Frühstücksverhalten der einzelnen Klassen !
Fragebogen zum Schulfrühstück
Mehrfachnennungen waren möglich.
Klasse mit jüngeren Sch
Klasse mit älteren Sch
...
unsere Klasse vor Beginn des Projektes
Schule gesamt
Wie viele Sch nehmen das Frühstück von zu Hause zur Schule mit ?
21
7
20
489
Wie viele Sch kaufen unterwegs ihr Frühstück ein ?
2
11
4
119
Getränke
Getränke Wie viele Sch haben Trinkpäckchen bei ?
10
10
9
262
Wie viele Sch haben Mehrweg-Plastikflaschen bei ?
-
-
-
57
Wie viele Sch nehmen Dosen mit ?
-
6
-
53
Wie viele Sch haben eigene Trinkflaschen aus Kunststoff, Metall oder "Emil-Flaschen" ?
14
4
14
222
Wie viele Sch kaufen Milch oder Kakao in der Schule ?
11
4
6
110
Frühstück
Frühstück Wie viele Sch haben ihr Brot, Obst usw. in "Alu-Folie" verpackt ?
4
3
8
185
Wie viele Sch haben es in durchsichtiger Folie aus Kunststoff verpackt ?
5
2
2
112
Wie viele Sch haben es in Butterbrotpapier verpackt ?
2
1
2
112
Wie viele Sch haben es in Frühstücksbeutel oder Tüten aus Kunststofffolie verpackt ?
2
1
3
78
Wie viele Sch haben es in Kunststoffbehältern, Brotdosen, "Tupperdosen" usw. verpackt ?
13
2
14
298
II Auswertung der Bestandsaufnahme
Aufgrund unserer Befragung haben wir folgende Feststellungen getroffen:
- Es sammeln sich sehr viele Trinkpäckchen an und auch unerlaubte Dosen. Viele der 262 Schüler hatten mehr als ein Trinkpäckchen dabei.
- Brote etc. werden zu viel in Alufolie oder klare Folie verpackt. Zu wenig wird das umweltfreundlichere (weil verrottbare) Butterbrotpapier genutzt.
- Erfreulich für uns ist, dass ca. die Hälfte der Schüler schon Behälter für das Frühstücksbrot haben. Allerdings sind oftmals die Speisen, die darin transportiert werden, nochmals verpackt. Das ist unnötig!
- Die jüngeren Schüler zeigen ein umweltbewussteres Verhalten als die älteren Kinder, die viel häufiger unterwegs selbst einkaufen und dadurch auch mehr Verpackungsmüll haben. Bei den jüngeren Schülern bereiten die Eltern das Frühstück zu Hause zu.
III Lösungsmöglichkeiten und Information der Lehrer, Schüler und Eltern
Unsere Vorschläge lauten:
1) Mindestens drei Eimer für Abfälle in jedem Klassenraum. Je einen Behälter für
- Papier und Pappe,
- "grüner Punkt"- Abfall,
- weiteren Abfall.Schön wäre ein vierter Behälter für organische Abfälle.
2) Einen Behälter mit Deckel auf dem Hof für Kompostabfälle.
3) Vorstellung unserer Ergebnisse in einer Ausstellung (s.u.), zu der wir alle Klassen einladen. Unsere Ausstellung möchten wir gerne in der Schülermitversammlung, der Gesamtkonferenz, der Schulkonferenz und der Gesamtelternvertretung vorstellen, damit sich diese Gremien mit dem Thema beschäftigen und uns bei der Aktion unterstützen.
An dieser Ausstellung arbeiten wir zur Zeit. Wir zeichnen die Comics / Bilder und geben auch Beispiele für die Anfertigung von Plakaten. Wir sammeln 262 Trinkpäckchen, damit jeder mal sehen kann, wie viele es an einem einzigen Schultag sind. Nach den großen Ferien soll es mit unserer Ausstellung weitergehen, denn sonst vergessen alle wieder alles.
Ausstellung:
In der Ausstellung wollen wir unsere Umfrageergebnisse und auch Teile dieser Arbeit zeigen. Ausschmücken wollen wir sie durch die gesammelten Trinkpäckchen, selbst erstellte Comics und Zeichnungen, die ein umweltbewusstes Verhalten zeigen (Vermeidung von Müll und getrennte Sammlung).
Durch einen Malwettbewerb wollen wir auch andere Klassen zum Nachdenken und Informieren anregen: Wir fordern auf, Plakate zu zeichnen, die an die unterschied-lichen Abfallbehälter gehören . Thema: "Welcher Müll kommt in diesen Eimer ?"
Es sollen Plakate zum Behälter
- Papier und Pappe,
- "grüner Punkt"- Abfall,
- weiterer Abfall werden.
Die drei Gewinnerzeichnungen sollen dann kopiert und an alle Mülleimer in den Klassen geklebt werden. Außerdem sind sie auch als Ausmalbogen zu nutzen. Alle eingereichten Plakate wollen wir aushängen. Wer Lust hat, darf evtl. auch über den Sieger mit abstimmen.
Vielleicht beschäftigen sich durch diesen Wettbewerb ja mehr Klassen und Schüler mit diesem Thema und lernen etwas über die Trennung und Vermeidung von Müll.
Schlussbemerkungen
In unserer Klasse gibt es, seitdem wir uns mit diesem Thema beschäftigen, jedenfalls viel weniger Müll. Es hat inzwischen jeder Schüler eine Trinkflasche und wir lassen uns unsere Brote in den Behältern möglichst nicht mehr einwickeln. An heißen Tagen oder bei vielen Stunden mit Sport am Nachmittag bringen einige Schüler schon noch Trinkpäckchen mit, weil die Menge in den Flaschen nicht allen ausreicht. Aber das sind Ausnahmen und das finden wir nicht so schlimm. Die Trennung des Mülls klappt sehr gut, weil nun alle wissen, was wirklich in die betreffenden Eimer gehört. Außerdem haben wir zwei "Mülldetektive", die den Inhalt der Behälter vor der Leerung "unter die Lupe" nehmen.