Unterhaltsrecht für volljährige Kinder

das reale Leben passt sich an das Privatfernsehen und seine Gerichts-Shows an

In dieser Woche erlebte ich eine sogenannte Zeugin, die während ihrer Aussage begann, ihren Tränen freien Lauf zu lassen und den Richter überzeugend zu rühren. (Eigentlich verweigerte sie die Aussage an sich – und zwar eigentlich unerlaubterweise – ging aber unsanktioniert vom Platz.) Als sie den Abgang aus dem Saal machte, war die Heulerei aber schlagartig zu Ende, wie auch ein unbeteiligter Zuschauer beobachtete.

In den Anfangszeiten des Privatfernsehens in Deutschland fand ich Gerichts-Shows ja noch interessant – aber später hauptsächlich noch ekelhaft. Mir war klar, dass sich Menschen davon jedoch für das reale Leben inspirieren lassen. Und das erlebte ich diese Woche.

Dass der Richter im realen Leben sich aber wirklich verarschen lassen würde, das war doch recht schockierend. Nun, Richter sind auch nur Menschen. Und wenn sie nicht total verhärmt sind, dann lassen sie sich wohl von den überzeugenderen Heulereien berühren. Leider war ich kein unbeteiligter Dritter, und mich belastete dieses inszenierte Drama sehr.

das Falschzeugnisverbot des Dekalogs – manche sind da ganz leichtfertig, manche doch recht ernsthaft

Der Dekalog in Schemot (Exodus) bzw. Devarim (Deuteromium) nach Buber-Rosenzweig:

Das Falschzeugnisverbot in jenen beiden Passagen:

Wenn ich von einem (vor Gericht) Unwahres behaupte (z.B. er hätte diese oder jene Beleidigung gegen einen Anderen ausgesprochen), dann möge mir auf der Stelle die Hand verdorren!

Wer von mir (vor einem Gericht) Unwahres behauptet, ihm geschehe das gleiche!

Mir fallen dazu gleich ein paar Namen ein.

der israelische Sanitäts-Sgt. Elor Azaria und der Zwischenfall in Hebron am 24. März 2016

Übrigens liebt Hebron in den besetzten Gebieten.

was genau ist eine “Falsche Verdächtigung” nach dem deutschen Strafgesetzbuch (§ 164)?

Es gibt insbesondere 2 Varianten, beschrieben jeweils in § 164 Absatz (1) bzw. Absatz (2).

Wer einer Falschen Verdächtigung überführt ist, dessen Name kann wiederum nach § 165 auf Antrag des Verletzten öffentlich bekanntgegeben werden.

Wikipedia:Anonymität – was es nicht alles gibt

Viele der hier angemeldeten Benutzer sind unter einem Pseudonym unterwegs, da sie ihre wahre Identität nicht preisgeben möchten. Dennoch kann es vorkommen, dass der Klarname und andere personenbezogene Daten eines Benutzers bekannt/genannt werden.

Ob das zitierte Gerichtsurteil wirklich zieht? Ich bezweifle das schon, aber es ist möglich.

Aber ich bin nicht damit einverstanden, dass Typen, die sich auf dem Wikipedia-Terrain von ihren übelsten Seiten zeigen, nicht bei ihren echten Namen genannt werden dürfen (sollen). Das ist doch so ziemlich das einzige, was sie überhaupt trifft.

JuraWiki.de – auch das gibt es

jeder kann im Kino gegen dich den Vorwurf von Film-Piraterie erheben, die Polizei herbeirufen und kommt straflos davon

Das ist verblüffend und faszinierend. Natürlich kommt die Polizei alleine deswegen nicht – aber wenn man das in eine größere Geschichte einbaut …

Übrigens ist (anscheinend) wirklich jeder dazu berechtigt, nicht alleine der Kino-Betreiber – eben auch der Mob im Publikum. Der hat mit dem Handy / dem Tablett / … auf die Leinwand “gezielt” … – um den Vorwurf zu erheben braucht es überhaupt nicht mehr als das – die Polizei ist dann (anscheinend) schon berechtigt oder sogar verpflichtet, das Gerät zu beschlagnahmen.

Wohin sind wir gekommen? Dieser Mob gehört … – hmmm, mir fallen keine politisch korrekten Verben dazu ein. Auch schade, dass die Polizei auf so etwas eingehen “muss”!

1525 wurden in Memmingen die “Zwölf Artikel von Memmingen” verfasst, die historisch erste Niederschrift der Menschenrechte schlechthin

Unterhaltspflicht – ist der Unterhaltsgläubiger eigentlich (nicht) auch wirklich in der Beweispflicht?

… In diesem Fall müssen die Eltern ebenso für die finanziellen Nachteile gemeinschaftlich aufkommen. Nichtsdestotrotz sind die gesetzlichen Anforderungen beim Volljährigenunterhalt mitunter strenger als beim Minderjährigenunterhalt. Nach §§ 1603 Absatz 2 Satz 2, 1609 BGB werden hingegen volljährige Kinder Minderjährigen gleichgestellt, wenn sie unverheiratet sind, im Haushalt eines Elternteils leben, das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich in einer schulischen Ausbildung befinden. …

Wenn man bei einem “Kind” z.B. nicht mehr so sicher davon ausgehen kann, dass es noch zur Schule geht etc. – da wäre ein jeweils aktueller Nachweis gegenüber dem Unterhaltsschuldner schon nötig, nicht wahr?

Mein eigener Vater “brachte” es hingegen gegenüber mir selbst sogar so, dass er schlicht das “Kindergeld” “durchreichte” und meinte, das genüge.