Eine neue Ära im mobilen Internet

Vor wenigen Minuten begann für mich persönlich eine neue Ära in meinem mobilen Internet-Zugriff.

Vor 2 Wochen hatte ich diesen Artikel gelesen:

heise online – 03.11.08 – simyo kündigt 1-GB-Datenpaket für 10 Euro an

Und seit dem fieberte ich danach, “draußen” auf diese Weise per UMTS online gehen zu können.

Gerade eben war es soweit – und ich find’s toll.

Ein Gigabyte Traffic für 9,90 Euro, zu verbrauchen innerhalb von 30 Tagen,
so ein Angebot fand ich bislang noch nicht.
Und beim Überschreiten kriegt man noch nicht einmal brutal durch überteuerte Gebühren auf die Finger gehauen, sondern man bekommt beim erreichen von 900MB einen netten Hinweis und hat noch gemütlich Zeit nachzuladen.
Und sobald man nachgeladen hat,
fangen die 30 Tage erneut zu ticken an.
Mir gefällt dieses Modell.

Und all diese iPhone-Kunden von T-Mobile,
welchen wahnsinnig teure Tarife verkauft wurden,
die müssen sich jetzt doch in den Hintern kneifen, nicht wahr?

Na, demnächst gibt es auch wieder eine Firmware für die Fritz!Box 7270,
welche auch per UMTS-Modem nach draußen routen kann
und dann schauen wir mal,
wie toll das SIP-telefonieren über diese Leitung ist usw.

Mal schauen, wann die Konkurrenz so nachzieht!

Am Tag 2 war’s vorübergehend gar nicht so berauschend:
etliche Stunden lang kam’s zu keiner erfolgreichen Verbindungsaufnahme,
seitdem geht’s ziemlich ordentlich.

Am Tag 4 kam übrigens die Meldung heraus,
dass es inzwischen auch in Deutschland iPhones ohne SIM-Lock geben soll.
Und man bekam erklärt, das würde doch ganz gut dieser Tarif-Option passen.

Nachdem nun ein Monat mit diesem Produkt ins Land gegangen ist,
kann ich von so 65%-iger Zufriedenheit meinerseits berichten.
Wahrscheinlich war diese UMTS-Internet-Verbindung eigentlich sogar zu mehr als 99% der Zeit verfügbar, aber es ist schon außerordentlich doof, wenn man keine Verbindung zustande bringt, und das passierte mir jetzt halt schon an mehreren Tagen.
Ein gutes Informationsmedium war zwar der simyo-Blog insbesondere mit seinem Feedback-Rückkanal, aber so richtig viel hatte man da effektiv nicht erfahren, man konnte halt hauptsächlich sein Herz ausschütten und sehen, dass ein paar andere Benutzer auch Probleme haben.

Update vom 2009-02-25:
Inzwischen habe ich definitiv genug von der Kombination simyo/E-Plus.
Der Ort mitten in Kassel, an dem ich mich tagsüber hauptsächlich aufhalte,
hat zwar anscheinend (laut Anzeige in verschiedenen Tools) gar keinen so schlechten UMTS-Empfang, aber es ist definitiv unerträglich – ich brauche unbedingt eine T-Mobile-Verbindung, um hier tagsüber nicht so krass auf dem Trockenen zu sitzen.

XML-Migration meines CANopen-Projekts abgeschlossen

Im Mai wurde ich vor die Aufgabe gestellt, in Ada geschriebene Software zu erweitern, welche in ihrer ursprünglichen Form von einem Bündel von Generatoren erzeugt, aber seit Jahren von Hand erweitert worden war.

Klar, dass der Gedanke von mir Besitz ergriff, kein generierbares Stück Code von Hand zu schreiben und vielmehr die quasi verloren gegangenen Generatoren neu zu schreiben.

Am liebsten hätte ich das mit ruby und xml erledigt, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine in ruby unter Zurhilfenahme von XML geschriebene Software, die nahe genug an dieser Aufgabe dran war, um daraus die Software für dieses Projekt abzuleiten.

Ich stand unter ziemlichem Druck, Ergebnisse abzuliefern, und so erledigte ich die Aufgabe in den darauf folgenden Wochen erst einmal in perl und baute die zentrale Datenstruktur einfach als perl-Datenstruktur.
Nach wenigen Wochen konnte ich alle generierbaren Code-Stücke wirklich aus dieser zentralen Datenstruktur erzeugen, und für den weiteren Verlauf des Projektes stand praktisch nur noch die Weiterentwicklung dieser zentralen Datenstruktur und natürlich das Arbeiten mit ihn in Ada auf dem “embedded system” an.

Nun es stellte sich schon noch heraus, dass mehr als ursprünglich erwartet generiert werden konnte. Der Erwartungsdruck hier war aber nicht mehr so groß wie der am Anfang, und ich wollte nach Möglichkeit mit XML-Techniken weiterarbeiten. Ich baute also einen Converter, um die perl-Datenstruktur in eine “en passant” zu definierende XML-Datenstruktur zu transformieren, natürlich ist die Spezifikations-Sprache dazu “RELAX NG” und die Datenstruktur wird seit dem im emacs im nxml-mode editiert. Das neue XML bekam dann hübsche Extra-Features mit eigenen Code-Generatoren, immer noch in perl. Der bittere Aspekt war jedoch selbstverständlich, dass ich bis auf weiteres alle Änderungen im Bereich der in perl gehaltenen Datenstruktur in der XML-Variante nachziehen musste. Es stellte sich heraus, dass sich in diesem Bereich wochenlang keine Änderungen bzw. Erweiterungen ergaben. Aber mittelfristig sollten aus meiner Sicht schon alle generierbaren Code-Stücke nur aus der XML-Variante erzeugt werden.

Nun gestern erreichte ich dieses Ziel, und darüber bin ich sehr zufrieden. Die Code-Generatoren sind zwar immer noch in perl geschrieben (nur die Datenstruktur-Zugriffe mussten schließlich angepasst werden) und werden das vermutlich zeitlebens auch bleiben, aber sie funktionieren und sie sind auch ganz gut zu lesen und zu pflegen.

Mittlerweile habe ich jedoch auch für ein paar kleine Anwendungsgebiete neue Code-Generatoren entwickelt, und die sind in ruby geschrieben. Für die nächsten größeren und kleineren Aufgaben werden sie bestimmt als Vorlage dienen.
Selbstverständlich benutzen auch die neuen XML-Spezifikationen wieder “RELAX NG”.

Mittlerweile ist das CANopen-Kommunikationsprofil für ein zweites Fahrzeug in diesem CANopen-XML begonnen worden, und die Zweifel an der Nützlichkeit werden zumindest nicht mehr lautstark diskutiert.

Zu den erwähnten Extra-Features dieses CANopen-XMLs zählen Records mit “representation specifications” und Aufzählungstypen (ebenso mit rep. specs), aus welchen die Ada-Records und -Aufzählungstypen generiert werden.
Die Unterprogramme, mit welchen in Ada die CANopen-PDOs zusammengebaut und abgeschickt werden, sind sozusagen halb-automatisch erstellt.
Diejenigen Unterprogramme, welche ankommende PDOs zerlegen, sind noch gänzlich handgeschrieben, die XML-mäßigen Spezifikationen der PDOs werden darin aber als hilfreiche Kommentare verwendet.

Wer weiß, vielleicht verlangt ja mal ein Auftraggeber “Traceability”, die Grundlagen dafür wären schon gelegt.
Alle XML-Tags bekämen passende Attribute und Werte dazu,
und diese würden überallhin durchgeschleift.

Kaukasus-Konflikt: Erst Manöver, dann Krieg

Dieser Artikel in der FR beschreibt diese Geschichte ziemlich detail- und aufschlussreich und auf diese Weise ziemlich faszinierend.

Web-Radio, Digitalradio, … – Tacheles

Im oben verlinkten Artikel ist folgender Satz zu finden:

Besonders reine Webradios stünden nicht allein aufgrund der exorbitant steigenden Streamingkosten bei wachsender Nachfrage vor großen Schwierigkeiten.

Ich finde Web-Radio ja auch auf gewisse Weise ganz bequem, aber ich konnte den Hype ökonomisch-rational noch nie verstehen. Im Gegensatz zu per Antenne, TV-/Radio-Kabel oder Satellit übertragenem Rundfunk ist Web-Radio doch eine Mega-Bandbreiten-Verschwendung. Hat mich gefreut, das mal an prominenter Stelle geschrieben zu sehen.

"Brizola Hayek"-Urlaub

Vom 25. Juli bis zum 3. August machten wir zu viert Urlaub in Meck-Pomm (aka Mecklenburg-Vorpommern) und insbesondere an der Ostsee,
also Cristina, unsere Söhne Baruch, Gabriel und ich.

Baruch hatte Schulferien,
Gabriel hatte in der Kita eine Anzahl von Ferientagen zu nehmen,
und bei meinem Auftraggeber in Kassel war mein Ansprechpartner auch für 2 Wochen im Urlaub,
so dass ich günstigerweise auch die Chance wahrnahm …

Cristina wollte an die Ostsee und eigentlich nach Rügen oder Usedom (mit Assoziationen wie Meerwasser und heiß),
aber leider waren wir mit unserer Planung etwas spät dran,
deswegen hatten wir schon nicht mehr jede Menge Freiheitsgrade.

Zum Start fuhren wir sogar erstmal nur die halbe Strecke von Berlin zur Küste,
nämlich nach Burg Stargard.
Das nächste Bade-Gewässer hier war der mit dem PKW gut zu erreichende Tollense-See.
(Unsere JuHe.)

Am Tollense-See verbrachten wir bei bestem Wetter badenderweise etliche Stunden.

Der JuHe schrieb ich in ein paar Zeilen ihr Internet-Gästebuch,
in überarbeiteter Form war das:

Ein ausgesprochen nettes Plätzchen.

Essen OK,

sanitäre Anlagen OK,

Spielplatz, Tischtennis-Platten, …

Die Sommerrodelbahn in der nächsten Umgebung ist ein heißer Tipp.

Von Burg Stargard ging’s nach Barth am Barther Bodden.
(Unsere JuHe.)
Auf dem Weg dorthin hatten wir in Stralsund einen kleinen Blechschaden,
den wir uns bei einem kleinen und eigentlich unbeabsichtigten Umweg einhandelten,
bei welchem uns ein eiliger Einheimischer bei der Vorbeifahrt rammte.
Zum Glück hat seine Kfz-Versicherung bezüglich seiner Schuld weit mehr Einsicht als er selbst.

Von der JuHe zu einer Badestelle am besagten Barther Bodden gelangt man zu Fuß mit einem Katzensprung.
Auch prima Badewetter.



An einem Tag machten wir einen Ausflug auf die nahegelegene Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.
Hier genossen wir zum ersten Mal einen echten Ostsee-Strand bei immer noch echt gutem Wetter.

Der JuHe schrieb ich in ein paar Zeilen ihr Internet-Gästebuch,
in überarbeiteter Form war das:

Wir wurden als Familie zu viert in einem Zimmer in Bungalow 7 untergebracht
Vielleicht hätte man das vorher erfragen können oder müssen,
was wir nicht taten,
aber: in Bungalow 7 gibt es klein fließendes Wasser.

Wir hatten Vollpension gebucht,
und die Mahlzeiten waren recht gut.
Aber die Essenszeiten wurden durch Änderung auf einem Flipchar im Eingangsbereich der Kantine teils kurzfristig geändert.

Ziemlich ungünstig war,
dass zwischen Frühstück und Mittagessen nur ca. 3 Stunden lagen,
hingegen zwischen Mittagessen und Abendessen ca. 6. Stunden.

Zugegeben: Als große Ausnahme kann man sich in dieser JuHe in der Kantine zur Bekämpfung des Hungers zwischen den Mahlzeiten ohne Schwierigkeiten und Aufpreis selbst Sandwiches fabrizieren und in die Taschen stopen.

Aber trotzdem: ein gleichmäßigerer Abstand zwischen den Mahlzeiten wäre schon nicht übel.

Die Waschräume für Bungalow 7 und den Zeltplatz muffeln gewaltig.

Von Barth ging’s zum Abschluss (für zwei Übernachtungen) nach Greifswald, einer Uni-, Hafen- und Hansestadt.
(Unsere JuHe.)
Greifswald ist eine Hafenstadt,
und wer will schon in der Nähe eines Hafens baden?
Aber Greifswald hat eine hübsche, kleine und insbesonder alte Innenstadt,
und die latschten wir aus.
Vermutlich ist Greifswald als Studienort recht angenehm.
Meinem Geschmack nach sind die Versuche, alte Fachwerkhäuser zu restaurieren, etwas arg pseudo ausgefallen,
aber darüber kann man sicher bei gutem Willen hinwegschauen.

Der JuHe schrieb ich in ein paar Zeilen ihr Internet-Gästebuch,
in überarbeiteter Form war das:

Zimmer OK,

Verpflegung OK;

keine Spielecke für Kleinkinder;

Fernseher steht absolut ungünstig in der Empfangshalle;

außerdem wird das Fernsehen unterbunden,
wenn in einem der Säle eine Party (Familien-, Firmen-, …) stattfindet.

Von Greifswald machten wir an einem Tag einen Ausflug nach Zinnowitz auf Usedom.
Der Weg dorthin war ab halber Länge eine einzige Autokolonne.
Eigentlich stand der Weg zeitlich in keinem Verhältnis zum Aufenthalt in Zinnowitz,
aber das wusste wir ja voher nicht,
und dann war …

… der Strand in Zinnowitz doch richtig prima,
das Wetter war vorübergehend zwar nicht mehr ganz so sonnig,
aber zum Baden erträglich.

Als wir schließlich am Sonntag von Greifswald zurück nach Berlin fuhren,
hatten wir alle noch nicht genügend Urlaub gemacht,
aber die Pflicht rief.

Baruch war an den Stränden immer viel mehr im Wasser als am Land,
eigentlich müsste er schon Schwimmhäute haben.

Gabriel ist auf jeden Fall an Position 2 bezüglich des zeitlichen Aufenthaltes im Wasser.
Unglaublich was er sich mit seinen 22 Monaten auch schon im Wasser alles zutraut.



eBay-Bullshit: getarnte Bieterliste

Angeblich zum Schutz von Bieten bei Auktionen um Medikamte etc. hat eBay ein Feature eingeführt, das Betrügern Vorschub leistet: “Angebot mit nicht öffentlicher Bieter-/Käuferliste”.

Wie man das betrügerisch benutzt? Man gibt einen niedrigen Startpreis an, und dann bietet man selbst solange mit dem Account eines Partners gegen unangenehm niedrige Angebote, bis man einen passend hohen Preis erzielt. Und die anderen enttäuschten Bieter können überhaupt nicht aufdecken und beweisen, wer da mit wem kungelt.

Sch**ß Laden, wusste ich doch schon immer!

no it hudla!

Ich komme in diesen Tagen gerade in eine Zwickmühle.
Nein, nicht wegen einer Beziehung zu einer Frau,
nein, anders … – ich kann derzeit nicht deutlicher werden.

Es gibt dabei verschiedene Parteien, die sicherlich ganz bald wollen, dass ich eine Entscheidung treffe,
übereilte Entscheidungen wirken sich aber selten günstig aus.

Ich brauche einfach eine breitere Entscheidungsbasis.

Ich denke, ich werde versuchen, ein paar Tage auf der einen Bühne zu spielen und ein paar Tage auf der anderen.

Ich denke, ich werde bei denjenigen, die versuchen werden, mich früher zu einer Entscheidung zu bewegen,
ein wenig auf die Bremse treten,
und zwar mit der folgenden schwäbischen Phrase:

No it hudla!

Es ist schwierig, die schwäbischen Vokale mit hochdeutschen Vokalen und Umlauten wiederzugeben,
und meine phonetischen Kenntnisse sind leider auch nicht so komplett,
dass ich das echt korrekt in phonetischer Schrift wiedergeben könnte,
deswegen lassen wir es jetzt einfach mal bei dieser Schreibweise.

Auf hochdeutsch heißt das wörtlich Nur nicht hudeln!,
aber (was zum Henker) heißt jetzt hudeln?

Eilfertig, nachlässig arbeiten nennt
Hermann Paul, Deutsches Wörterbuch
als zweite Bedeutung von hudeln

Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache
beschreibt es als schlampig arbeiten.

Ich bin mal gespannt,
ob ich damit durchkommen werde.

Kalenderblatt vom 28. Februar 2008

Vielleicht ist nur eines wirklich existent,
nur eines echt im Leben,
das physische Leiden.
Alles andere ist Einbildung, Illusion, Chimäre, vages Gefühl.

Aus dem Tagebuch der Brüder Goncourt

Die ominöse Liechtensteiner DVD

Ich hörte gerade einen Podcast von dradio.de.
Im Prinzip eine recht ordentliche Analyse,
aber dann verstiegen sie sich in lächerliche Gedanken,
wie denn das hätte möglich sein können,
eine DVD oder CD ohne Risiko aus der Bank herauszutragen.
Nun, warum wird es denn nicht ausgesprochen,
dass Daten auf USB-Sticks absolut unbehelligt quasi überall hinein- und hinausgetragen werden können.
USB-Sticks haben heutzutage alle möglichen Formen,
incl. Kreditkarten-Format, Schlüsselanhänger, MP3-Player, iPod, Mobiltelefon, …
– diese Liste lässt sich nahezu beliebig fortsetzen.
Wirklich lächerlich über das aufwendige Brennen einer DVD oder einer CD nachzudenken.

Mexiko: Carmen Aristegui, die unbestechliche Journalistin

Man hat mir so lange nachgesagt, ich sei links, dass ich es inzwischen fast selbst glaube,
sagt Aristegui.
Wenn das bedeutet, dass ich auf soziale Aspekte Wert lege, Entscheidungen hinterfrage und die Mächtigen kritisiere, dann bekenne ich mich gerne dazu.

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