das XML-Adressbuch der FRITZ!Box

Nachdem ich mich ein paar Wochen lang mit dem eigentlich online zu pflegenden Adressbuch der FRITZ!Box geärgert hatte, forschte ich danach, wie das Format eigentlich aussieht.
(Da fehlt hier noch eine Quellenangabe.)
Nachdem ich herausbekam, dass das XML ist und wo die Datei in der FRITZ!Box steht,
schrieb ich eine RNC-Grammatik
(das gehört ins Umfeld von RELAX NG)
und gestaltete das Adressbuch,
welches ich ursprünglich über das Web-Interface gepflegt hatte,
im nxml-mode meines GNU-Emacs massiv um.

Ich schrieb einen Wiki-Artikel auf www.wehavemorefun.de/fritzbox.,
welcher die RNC-Grammatik, Beispiel-Adressbücher und eine Vorgehensweise beinhaltet.

Ich halte mein FRITZ!Box-Adressbuch jetzt für viel wartbarer,
und inzwischen auch für ziemlich toll gepflegt und optimiert.
Im nächsten Schritt würde ich gerne eine Teilmenge von Einträgen
meines Outlook-Adressbuches automatisch in die FRITZ!Box-Form transformieren.
Aber nach den Erfahrungen mit solchen Transformation in Richtung Adressbücher
meiner Handys ist das sowieso nur ein einmaliger Vorgang,
und den muss man ja nicht unbedingt automatisieren.

Update 2011-03-11:
Inzwischen gehe ich schon längere Zeit nicht mehr so vor.
Den Namen des Anrufers bekomme ich inzwischen über meinen in Ruby geschriebenen FRITZ!Box-Call-Monitor angezeigt, der auf mein Google-Adressbuch (CSV) zugreift bzw. auf eine heruntergeladene Version davon. Ich habe angefangen, das auf die XML-Version umzustellen.
Allerdings füge ich auch noch einzelne Einträge bei Bedarf über die Web-Oberfläche der FRITZ!Box hinzu.

Kalenderblatt vom 28. Januar 2008

In der horizontalen Lage,
im Schlaf,
im Traum,
beim Erwachen,
bei den morgendlichen Gedanken,
bei den Ideen im Bett ist der Mensch gemein.

Aus den Tagebüchern der Brüder Goncourt,
deutsch von Cornelia Hasting

Kalenderblatt vom 30. Januar 2008

Hinter dem nächstbesten Schalter kann unser Henker auftauchen.
Heute stellt er uns einen eingeschriebenen Brief und morgen das Todesurteil zu.
Heut locht er uns die Fahrkarte und morgen den Hinterkopf.
Beides vollzieht er mit derselben Pedanterie.

Ernst Jünger

Software-Inline-Dokumentation

Da kam im Gespräch mit einem Kollegen das Thema Inline-Dokumentation auf
und ob dieses oder jenes kennen würde.

Es scheinen immer mehr alternative Markup-Sprachen mehr oder weniger kurzfristig in Mode zu kommen,
sie heißen mark-down und anscheinend asciidoc.
Ich halte das für Quatsch.

Im PERL-Umfeld (und wir gingen vom PERL-Umfeld aus) ist eigentlich POD das richtige,
damit kann man PERL ganz toll inline dokumentieren.

Und dann kann man es mit Getopt::Long verheiraten
und bekommt eine Usage- oder andere Meldung hin,
die aus der Inline-Dokumentation abgeleitet ist.

Jede Sprache hat so ihre präferierte Methode, inline zu dokumentieren,
und bei PERL ist das eben POD,
bei Java Javadoc,
bei Ruby RDoc, …

Wenn ihr ein Beispiel für POD und die Kombination mit Getopt::Long brauchst,
dann lasst es mich wissen!

Wenn ihr allerdings nicht inline dokumentieren wollt,
dann ist wohl DocBook die Sache.
Und DocBook ist wirklich toll.
Und auch mit DocBook lassen sich man-pages gestalten und generieren.

ruby, MRI, wiederverwendbare Software, NIH, …

Mir scheint da in Ruby überhaupt so ein generelles NIH-Problem zu existieren.

Könnte letztendlich eines der Argumente gegen Ruby sein.

Aber wie geht der Spruch mit dem Fisch und dem Kopf?

Habe jüngst die Erfahrung gemacht, dass man bei MRI
auch in Sache POSIX locale nicht auf (GNU) libc setzt
sondern lieber auf re-inventing the wheel.
Sei’s drum!

In den 80-er sprach man nicht nur von re-usable software,
sondern man verfolgte den Ansatz auch,
und man hat Software schließlich auch re-used.
Software muss nicht nur re-usable sein, sie muss auch re-used werden, sonst hat das Ganz ja wohl kaum einen Sinn.

Heute entsteht so manche Software halt im Rahmen von Hochschul-Projekten zur Übung und mehr oder weniger als proof of concept,
und dann besinnt sich niemand eigentlich besserer Lösungen.
Sehr bedauerlich.
Nein, richtig loben kann ich niemanden dafür, dass er für Sprache x die n+erste regular expression engine baut und verbreitet.
Schön, dass er das kann,
und wenn man 10 Studenten-Gruppen und ihre Lösungen zu einem Standard-Problem vergleichen kann,
dann mag’s ja noch angehen,
aber auch die beste dieser Lösungen muss deswegen noch nicht für Sprache x die Standard-Lösung werden.
Mir graut davor. Echt.

MRI ist in C geschrieben,
und wird wohl in der Regel mit gcc übersetzt,
und im Umfeld des gcc gibt es passender, performante, ressourcen-schonend und reife Lösungen,
die schon so manchen Sturm überlebt haben und dabei Qualität bekamen.
Nicht dass meine heile Nacht-Ruhe davon abhängt, dass mein Ratschlag befolgt wird,
aber MRI sollte soweit möglich auf performante reife Middleware setzen
(niemand würde ernsthaft die echt großen Middlewaren in Ruby nachbauen, aber so studienarbeitsgroße Teile wohl immer wieder)
und NIH und Reinventing_the_wheel sind Mist.

Ja, ich habe auch schon mitbekommen, das JRuby auch nicht in C geschrieben ist,
und dass man auch im JRuby-Umfeld eine gangbare Lösung braucht.
Ja. Ist aber nicht mein Problem.
JRuby ist ja eigentlich nicht schlecht vom Ansatz her – vielleicht,
aber wenn einen eine Parallel-/Alternativ-Implementierung zu heftig sub-optimalen Lösung drängt,
dann ist eine Nötigung, der ich mich nicht aussetzen will.
Aber / und muss man jetzt wegen JRuby auch im MRI- / CRuby-Umfeld alles in Ruby schreiben,
was nicht unbedingt in Ruby geschrieben werden muss, nicht wahr?

So genug für heute 😉

ix 2008-02 – Dateien vergleichen und synchronisieren

Ein sehr informativer kleiner Artikel über diff-Tools für CSV, XML, …

Ich empfehle seine URL-Liste.

‘Herrgott, wirf Zeit zum Schmökern vom Himmel!’

So begrüßte die FAZ
die Sonderausgabe von Egon Friedells
Kulturgeschichte der Neuzeit,
1.580 Seiten, Leinen, nur 24,90 Euro.

Dieser Eintrag war eigentlich nicht als Werbung für dieses Buch gedacht,
ich fand den Ausspruch einfach herrlich und wollte ihn für mich vor dem Vergessen bewahren.
Wie gerne hätte ich 100 Stunden am Tage,
von denen ich 80 irgendwo sitzen oder liegen und lesen und recherchiern und so wollte.

Ich zitiere hier aus der Merkmail 294 von Zweitausendeins.

FRITZ!…-Geschichten: die Box, das DECT-Telefon, …

Ich habe eine 7270 FRITZ!Box (mit eingebauter DECT-Basis-Station)
und angeschlossene bzw. angemeldete Schnurlostelefone, u.a. insbesondere ein FRITZ!Fon MT-C.

Passt denn das FRITZ!Fon MT-C überhaupt zu dieser FRITZ!Box?

Ja, tut es.
Und auf eine Support-Anfrage hin bekam ich auch sehr nett erklärt,
welches ganz speziellen Features diese Kombination
inzwischen über Kombinationen mit andere Schnurlostelefonen hinaushebt.

Individuelles Billigvorwählen

Auf meinen Siemens DECT-Telefonen kann ich folgende Vorgehensweise praktizieren:

Billigvorwahl eintippen + Auswählen eines Eintrages aus dem Telefonbuch des Telefons.

Das führt zur Wahl dieser Nummer über jene Billigvorwahl.

Es mag prinzipiell durchaus andere Vorgehensweisen geben,
um alternative Provider für Telefongespräche auszuwählen,
aber um im überaus dynamischen Markt der vielen Billigvorwahlen “manuell” immer und flexibel die billigste einzusetzen,
muss man diese mit ihren 5 oder 6 Ziffern individuell eintippen
und in Anschluss daran eben aus dem Telefonbuch des Telefons einen Eintrag auswählen können,
um über diese Billigvorwahl seinen Endteilnehmer zu erreichen.

Jedenfalls unterstützt das FRITZ!Fon MT-C diese Vorgehensweise nicht
und ignoriert die eingetippte Billigvorwahl stillschweigend.

Das FRITZ!Fon MT-C hat auch keinen Lautsprecher und unterstützt kein Freisprechen.

Telefonbücher bei DECT-Telefonen — in der Basis, in den Schnurlostelefonen

Die einzelnen Schnurlostelefone (sowohl die herstellereigenen als auch die “fremden”) können selbstverständlich lokale Telefonbücher gepflegt bekommen.

Herstellereigene Schnurlostelefone können untereinander die Telefonbücher bzw. einzelne Einträge “einzel-aktions-mäßig” austauschen.

Die Basis hat eine Sache,
die man nur ungern ein Telefonbuch nennen möchte,
jedenfalls ist es nicht bequem zu pflegen
und die offiziell vom Hersteller “nicht-unterstützte” Windows-Software FRITZ!Box Monitor,
welche eigentlich auch das Telefonbuch bequem pflegen können sollte
ist wohl nicht kompatibel mit der aktuellen Version des Adressbuches der 7270,
und ist deswegen in dieser Sache keine Hilfe.
Dieses sogenannte Telefonbuch der Basis
lässt für die verschiedenen Rufnummer eines quasi Sammeleintrages nur eine Kurzwahl zu,
das zwingt einen, jeder Rufnummer einen eigenen Sammeleintrag zu geben, damit sie eine eigene Kurzwahl hat.
Dieses Telefonbuch mit den zugeordneten Kurzwahlen muss man eigentlich ausgedruckt neben dem Telefon herumliegen haben,
ansonsten hat man nicht so viel von den Kurzwahlen.

Eines der moderneren Features von Schnurlostelefone ist der Zugriff auf installierbare SIM-Karten
zum Zwecke des Austauschs von Telefonbüchern.
Die FRITZ!Fon MT-C genannten Schnurlostelefone und ihre Firmware sind wohl zugekauft
und die “Original-Modelle” bieten anscheinend dieses Feature,

und so wurde dieses Feature ohne große Umbenennung auch hier zur Verfügung gestellt.
Die FRITZ!Box stellt dabei die SIM-Karte dar – erstaunlich, was?!?
Zwischen den Telefonbüchern der herstellereigenen Schnurlostelefone und dem der Basis lassen sich so jeweils in einer Richtung Einträge austauschen,
und zwar einzelne Datensätze oder das jeweils gesamte Telefonbuch.

Für ausgehende Anrufe kann man aus dem jeweiligen lokalen Telefonbuch wählen
oder über Kurzwahlen aus dem Telefonbuch der Basis.

Wenn ein Anfruf mit Caller-ID eingeht
und zu der Caller-ID im zentralen Telefonbuch der Basis ein Eintrag existiert,
dann wird der zugehörige Beschreibungstext im Display des Schnurlostelefons angezeigt,
ohne passenden Eintrag wird nur die Nummer angezeigt,
auch wenn im lokalen Telefonbuch ein eigener Eintrag existiert.

bye, bye, HorstBox – willkommen Fritz!Box 7270

Gerade habe ich meiner HorstBox aus tiefer Zerrüttung die Trennung mitgeteilt.
Ich gab ihr den finalen Reset,
damit meine DSL-Zugangsdaten nicht vom nächsten Besitzer benutzt werden können
und damit ich das Teil innerhalb der nächsten Stunde im Saturn, Europa-Center in Berlin, zurückgeben kann.
Die Nachfolge-Kiste ist die Fritz!Box in der höchsten Ausbaustufe, sprich: inclusive DECT-Basis-Station.
Und die tut wenigstens, was sie verspricht und was sie soll.

Nein, ich hatte mit der HorstBox jetzt einfach die Faxen dick.
Die Professional-Version bringt laut Postings im passenden Forum auch nicht, was man von ihrem stolzen Preis um die 400 Euro erwartet.
Meine hatte folgende Probleme:

  • Ich wollte ja endlich einen Router, der innen Telefone anschließen lässt und Gespräche zwischen drinnen und draußen per Festnetz und SIP vermittelt.
  • Die HorstBox ließ die SIP-Verbindung nach ein paar Stunden abbrechen,
    und stellte sie von selbst nicht wieder her.
    Im Rahmen des T-DSL-Provider-Verbindungsabbruchs und Wieder-Neuaufbaus nach 24 Stunden kam sie wieder,
    diese Lücke fand ich allerdings viel zu groß.
  • Sie lässt intern ein ISDN-Telefon anschließen,
    aber sie kommt gewaltig ins Schleudern,
    wenn dieses ISDN-Telefon auch eine verkappte DECT-Basisstation ist,
    und man darüber dann parallel Gespräche führen will.
    Kann sein, dass die Fritz!Box damit auch Probleme hätte,
    aber die 7270 ist halt auch selbst eine DECT-Basisstation,
    und so habe ich nach erfolgreicher Registrierung aller Handsets
    mein eigentlich nicht so schlechtes und billiges ISDN-Telefon abgebaut und wieder verpackt,
    damit’s demnächst verkauft werden kann.
  • Anscheinend sind Netgear und Linksys die einzigen Hersteller,
    deren Router ihren Administor Mapping-Tabellen “MAC-Adresse -> IP-Adresse” pflegen lassen,
    die vom DHCP-Server berücksichtigt werden.
    Nein, ich halte es für keinen guten Ersatz,
    an jedem angeschlossen Netzwerk-Gerät manuell eine statische IP-Adresse einzugeben.
  • Außerdem scheinen Netgear und Linksys die einzige Hersteller zu sein,
    die den Administrator des Routers auch extensive Regeln pflegen lassen,
    “welcher lokale Benutzer wohin darf”,
    was ich dazu benutzte,
    dass ich gewissen Usern einen Zwangs-Proxy aufdrückte,
    damit sie kein Bit-Torrent und kein Internet-Radio über meine Leitung mehr machen konnten.
    Diese Features fehlen mir mit Routern anderer Hersteller sehr,
    aber bei Netgear und Linksys tut sich dagegen nichts mit SIP und Telefonie-Unterstützung,
    und das ist mir halt schlussendlich wichtiger.

Kalenderblatt vom 28. Dezember 2007

Gewisse Schrecken lassen sich mit Haltung durchstehen.
Aber die Plagen sind wohl gestaffelt,
und im Grunde hat Hiob recht und nicht der Herr.

Thomas Kapielski

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