Rolf Bernhard Schäfer wurde am 15. November 1926 in Berlin geboren. Er war Jude und lebte lange Zeit mit seiner Familie in der Graefestraße.
Nachdem seine Oma im November 1942 deportiert wurde, lebte er mit seinen Eltern am Johannistisch 9 in Berlin-SW61. Mit 16 Jahren musste er in der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik Borsigwalde arbeiten. Dort verdiente er in der Woche fünfzehn Reichsmark. Nahezu jede Firma beschäftigte in der Zeit von 1938 bis 1945 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Ohne diese Arbeitskräfte wäre die NS-Kriegswirtschaft und die Versorgung der deutschen Bevölkerung spätestens im Jahre 1942 zusammengebrochen. Allein in der Reichshauptstadt Berlin wurden mehr als vierhunderttausend Menschen zu Zwangsarbeit gezwungen. Die Betroffenen wurden jedoch unterschiedlich behandelt. Je nach rassistischer Einstufung der Nazis als Angehörige "germanischer" Völker als "Fremdvölkische", als "slawische Osteuropäer", als "Juden" oder "Zigeuner" unterschieden sich ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen. Bezahlt wurden sie mit einem Hungerlohn, oft waren mehrere Familien in zu kleinen Wohnungen untergebracht.
Rolf Schäfer wurde am 28. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert. Am Tage zuvor starteten die Nazis die sogenannte Fabrikaktion. Diese sollte die letzten in Berlin lebenden Juden vernichten. In diesen Tagen wurden tausende Juden verschleppt, viele wurden direkt am Arbeitsplatz verhaftet.
Sechs Wochen später wurde Berlin offiziell für “judenfrei” erklärt. In Berlin wurden ungefähr 10.000 Juden verhaftet und in vier Sammellagern interniert. Bis zum 6. März wurden nahezu 7.000 von ihnen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Der sogenannte 32. Osttransport brachte 1500 Juden, darunter Rolf Berhard Schäfer und die Dichterin Gertrud Kolma, nach Auschwitz. Mehr als die Hälfte dieses Transportes gelangte direkt nach der Selektion am 3. März 1943 in die Gaskammern. Die näheren Umstände seines Todes sind nicht bekannt.